Bernhard Ludwigs Seminarkabaretts überschreiten sowohl die Grenze des Seminars, als auch jene des Kabaretts. Eigentlich handelt es sich bei Ludwigs humoristischen Provokationen unserer persönlichen Unzulänglichkeiten und Merkwürdigkeiten um Psychotherapie: Großgruppen-Kurzzeittherapie! Gekonnt nutzt er den Humor, um Abwehrmechanismen zu umgehen, macht es den Teilnehmerinnen (Klientinnen) scheinbar spielerisch leicht, zu den ältesten Tabus, den peinlichsten Schrammen und Defiziten ihres Denkens, Tuns und Fühlens vorzudringen, läßt sie ihre persönlichen "Ahas" ausdrücken oder auf der eigenen Seife ausrutschen ("Hoppala, ertappt") und fängt sie gefühlvoll und gekonnt mit Empathie und einem neuerlichen Lacher auf.